Jean Bodin

Jean Bodin (1530-1596) aus Frankreich und Thomas Hobbes (1588-1979) aus England gehören zu den früheren Klassiker der Souveränitätstheorien. Im von Bodin verfassten Werk „Six Livres de la Republique” (1576) wird der Staat zum ersten Mal durch die Kategorie der Souveränität definiert: „die dem Recht gemäß geführte, mit souveräner Gewalt ausgestattete Regierung” 1 Nach Bodin sind Staaten ursprünglich mit Gewalt gebildet worden. Der Sieger, des in einem anarchischen Zustand allgemeinen Kampfes, geht als Souverän hervor. Die Gewalt mit der der Sieg erzwungen wurde, wird nachträglich in die Souveränität legitimer Herrschaft transformiert. Hobbes nimmt in seinem Hauptwerk Leviathan (1651) ebenfalls kriegerische Auseinandersetzungen im Vorfeld der Staatsbildung an. Als Ursprung der Staatssouveränität sieht er aber in einer anthropologisch gestützten These einen Gesellschaftsvertrag. In seiner Antrhopologie gleicht sich das menschliche Leben einem Wettlauf, „das kein anderes Ziel und keine andere Belohnung hat, als seine Konkurennten zu überholen.”2. Diejenigen Menschen, die ohne „eine allgemeine Macht” , die sie regiert, leben, befinden sich in einem Kriegszustand3. In diesem „bellum omnium contra omnes” (Krieg aller gegen alle) sieht Hobbes die seiner Auffassung nach höchster Priorität der Menschen, ihre Selbsterhaltung, bedroht. Die Menschen fürchten um ihr Leben. Aus diesem Grund treten sie in Form eines Vertrages das Recht auf Gewalt an einen einzelnen, den Souverän, ab. Tiqqun fasst dies zusammen: „Ich tausche meine Freiheit gegen deinen Schutz. Als Entschädigung für meinen absoluten äußeren Gehorsam musst du mir Sicherheit garantieren”4 Dadurch und darum entsteht ein Gemeinwesen. Das Motiv der Todesfurcht verbindet vorrechtlichen und rechtlichen Zustand, da die Staatsautorität das Recht zu töten erhält, was sich als paradox erweist. Somit existiert in der die vorrechtliche Gewalt als Recht.

„Diese Gegebenheit leitet sich aus einem viel zu wenig beachteten Unterschied in den Auffassungen der Begriffe Krieg und Frieden, die zwischen der modernen und der antiken Gesellschaften besteht, ab. Die Beziehung zwischen Friedenszustand und Kriegszustand ist im Gegensatz zu heute genau umgekehrt. Der Frieden ist für uns der Normalzustand, der vom Krieg unterbrochen wird. Für die Alten Griechen und Römer ist der Normalzustand der Kriegszustand, dem durch einen Frieden ein Ende bereitet wir.”

Rousseau hat Hobbes Gesellschaftsvertrag modifiziert, indem er den unter demokratischen Voraussetzungen gestellt hat. Der demokratische Gesellschaftsvertrag von Rousseau setzt voraus, dass die einzelnen jegliche Privatinteressen dem Gemeinwesen unterordnen. Nur so kann das ideal vollkommener Gleichheit gewährleistet werden. Zwar ist das Volk der alleinige Souverän, aber Voraussetzung von Rousseaus Modell ist die „totale Entfremdung” des Einzelnen gegenüber der politischen Gemeinschaft. Dafür ist die Unterscheidung zwischen privater und öffentlicher Sphäre maßgeblich schuld.