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9.Dampflokomotiven heute
9.1 Einsatz auf Schmalspurbahnen
Eine Schmalspurbahn ist eine Bahn, deren Spurweite kleiner als die der Normalbahn ist, d.h. der Abstand zwischen den Innenköpfen der Schienen ist kleiner als 1435mm. Es gibt eine Vielzahl an Spurenweiten, die als Schmalspurbahnen bezeichnet werden. In Deutschland waren bzw. sind Schmalspurbahnen im Bereich von 600mm bis 1100mm verbreitet. Diese Art von Bahnen ist einfacher und billiger zu bauen als Normalbahnen. Aufgrund des kürzeren Radabstandes werden die Bogenradien enger. Durch diese engeren Bogenradien kann sich eine Schmalspurbahn besser dem Gelände anpassen. Außerdem werden könnten Schmalspurwagen leichter gebaut werden als Normalspurbahnen, was bei Bahnen in Gebirgsregionen vom Vorteil ist. Des Weiteren erreichten Schmalspurbahnen vergleichbare und sogar auch höhere Leistungen als Normalspurbahnen. Jedoch war der Umstieg von Schmalspurbahnen auf Normalspuren problematisch, da Passagiere umsteigen mussten und Güter umgeladen werden mussten. Somit war dieser Vorgang mit hohem Aufwand und Kosten verbunden. Auch die Entwicklung vom schmalspurigen Dampflokomotiven brachte teils hohe Kosten mit sich, da zur Gewährleistung der Kurvenläufigkeit komplizierte Konstruktionen entwickelt werden mussten. Außerdem ist auf den Schmalspurbahnen nur eine Geschwindigkeit von höchstens 100km/h möglich. vgl. wikipedia.org/wiki/Schmalspurbahn
Aufgrund neuer und besserer Transportmittel wurde die Dampflok weitestgehend zurückgedrängt, weshalb sie heutzutage größtenteils für touristische Zwecke, beispielsweise Museen, benutzt wird.
Eine bekannte und zugleich eine der letzten Schmalspurbahnen in Deutschland sind die Harzer Schmalspurbahnen, oder kurz HSB. Die HSB besitzt ein zusammenhängendes Streckennetz mit einer Spurbreite von 1000mm, welches eine Streckenweite von insgesamt 140,4km umfasst. Das Streckennetz ist in 3 Teile gegliedert: Harzquer- (61km), Selketal- (60km) und Brockenbahn (19km). Sie ist heute das größte zusammenhängende Schienennetz in Europa, das unter Betrieb ist. Auf ihr verkehren sowohl Dampflokomotiven, als auch Dieseltriebwagen und Diesellokomotiven. Die Wagen fahren täglich, sowohl im Sommer als auch im Winter. vgl. hsb-wr.de/mehr-erfahren/streckennetz, wikipedia.org/wiki/Harzer_Schmalspurbahnen

Harzer Schmalspurbahnen (https://www.hsb-wr.de/mehr-erfahren/streckennetz/)

Neben den HSB sind die Sächsischen Schmalspurbahnen ein bekanntes, teils auch noch aktives System in Deutschland. Die Sächsischen Schmalspurbahnen waren während ihren Hochzeiten im Ersten Weltkrieg das größte Schmalspurbahnsystem in Deutschland mit einer Gesamtstrecke von 500km. Insgesamt bestand das System aus 32 Schmalspurbahnen. Von diesen 32 sind heute noch 7 in Betrieb. Auf diesen fahren die Fichtelbergbahn, die Lößnitzgrundbahn, die Weißeritztalbahn, die Zittauer Schmalspurbahn, die Döllnitzbahn, die Preßnitztalbahn und die Museumsbahn Schönheide. Die Fichtelbergbahn fährt zwar nicht auf den höchsten Berg von Sachsen, jedoch aber zur höchstgelegenen Stadt Deutschlands, Oberwiesenthal. Auf ihrer Strecke von Cranzahl bis Oberwiesenthal überwindet sie 340 Höhenmeter. Die Lößnitzgrundbahn, oft auch „Lößnitzdackel” genannt, verkehrt seit ihrer Eröffnung 1884 auf ihrer Strecke von Radebeul bei Dresden bis Radeburg. Die Weißeritztalbahn ist die zweite sächsische Schmalspurbahn und sogleich die Dienstälteste. Sie fährt täglich ihre Strecke von Freital nach Kipsdorf. Die Fichtelbergbah, die Lößnitzgrundbahn und die Weißeritztalbahn sind in der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft (SDG) vereint. Vgl. https://www.sachsen-erkunden.de/schmalspurbahnen-sachsen, https://de.wikipedia.org/wiki/Sächsische_Schmalspurbahnen, https://www.loessnitzgrundbahn.de/fahrzeug-strecke/strecke/

Schmalspurbahnen in Sachsen (http://www.traditionsbahn-radebeul.de/schmalspurbahnen-in-sachsen.html)

9.2 Einsatz von Sonderzügen
Ein Sonderzug, kurz SDZ, ist ein Zug, der nur zu einem besonderen Anlass fährt. Dieser fährt somit außerhalb des regulären Fahrplans. Es gibt verschiedene Arten des Sonderzugs. So kann er beispielsweise dem öffentlichen Verkehr als eine Verstärkung zum regulären Personenverkehr, wenn die Kapazität dieser nicht ausreicht, wie zum Beispiel bei Großveranstaltungen oder als Entlastungszug im Berufs- und Schülerverkehr dienen. Solche Sonderzüge werden als Einsatzwagen oder Verstärkerwagen bezeichnet. Sie werden mit normalen Fahrkarten genutzt, es werden also keine speziellen Fahrkarten benötigt.
Sonderfahrten, die von beispielsweise Reiseveranstaltern oder Museen angeboten werden, sind kein öffentliches Angebot. Somit benötigt man also spezielle Tickets für eine Fahrt mit dieser Art von Sonderzügen.
Ein weiterer beliebter Anlass, um in Deutschland Sonderzüge einzusetzen, sind Konzerte oder Fußballspiele.
Vor 181 Jahren fuhr in Deutschland der erste solcher Sonderzüge.Am 28. April 1837 fuhr er auf einem vier Tage alten Bahnstück der Strecke Leipzig-Dresden. Ziel dessen war die Buchmesse in Leipzig.